Improving myself

Ich schaue einfach nicht auf das Datum der letzten Veröffentlichung. Ist besser für alle.

Hello my dear friends!
Ich habe mir einen neuen Kalender bestellt, der quasi ein Bullet Journal für Leute ist, die keine Lust haben, eins selbst zu gestalten. Das heißt, wir beginnen das Zeitalter meines Selbstmanagements! Kein Konjunktiv, kein aber. Ich werde das wirklich versuchen.

Ich habe nun meine Vollzeitstelle in einer neuen Filiale begonnen, arbeite in einer Community mit, habe diesen Blog und Youtube und seit gestern eine Ukulele, die ich erst beherrschen lernen muss. Dazu kommt noch mein Wille, dass ich ein paar Schrauben in meinem Leben drehe, um einfach etwas für mich zu tun. Ich habe während der letzten zwei Wochen im Seminar festgestellt, dass mir ein voller, strukturierter Alltag ziemlich gut tut, ich muss nur einen Weg finden, dass in meinen Alltag zu integrieren.

Habt ihr noch Tipps? Dann her damit!

Nebenbei ist heute auch noch dieses Video online gegangen:

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Der Funke

Ich so: “Freitag mal wieder nen Blogeintrag veröffentlichen wäre cool.”

Auch ich: “Heute ist ja erst Mittwoch” 

Andere so: “Nee, es ist Donnerstag” 

Ich so: Fuck

Und damit willkommen zu diesem Qualitätsblog! Ich tippe am Handy, weil das WLan auf dem Laptop irgendwie nicht funktioniert, und stehe ohne Thema war. Über mein Seminar möchte ich aktuell (noch) nicht schreiben und diese Kleinstadt gibt nun wirklich nichts her. 

Gestern habe ich auf YouTube angekündigt, auch dort wieder Content hochladen zu wollen und direkt stellte ich mir die Frage wann ich das noch machen soll und vor allem wie. Also wie soll mein YouTubekanal aussehen, der den Blog ja wirklich nicht ersetzen soll. Eher ergänzen. Vielleicht den Möglichkeiten bieten Themen anders aufzubereiten. Ich freue mich auf alle Fälle darauf! 

Zusätzlich meinte unsere Dozentin heute, in Aussicht auf unsere Abschlussprüfung, wir sollen uns auf Video aufnehmen, wenn wir unsere Vorträge üben. Ich sehe das ganze also als Übung mich, meine Wirkung und meine Sprache kennenzulernen und weiter zu entwickeln. Uch glaube ich kann nur wachsen, wenn ich den Mut habe, mich regelmäßig vor eine Kamera zu stellen. 

Ideen nehme ich gerne an und freue mich sonst einfach, wenn ihr diesen Weg mit mir geht. 

Eine Reise nach Prag – #Sonntagsruhe

Ich entschuldige mich direkt für die lange Ruhezeit. Warum nichts kam? Nun, die letzten Tage kann ich mit Urlaub erklären, das davor nicht.

Aber ein guter Grund euch von meinem Urlaub ein wenig zu erzählen. Ich war in Prag und habe damit mal wieder eine Stadt besucht, die ich seit 2009 wirklich vermisst habe. Ich spare mir darüber zu schreiben wie schön, wie historisch und wie architektonisch wertvoll sie ist, denn das liegt auf der Hand. Wenn ihr sehen wollt WIE SCHÖN diese Stadt ist, dann könnt ihr gerne meinen kleinen Vlog dazu anschauen.

Vorab ein paar Hinweise zu Prag. Trotz der EU-Mitgliedschaft von Tschechien gibt es dort keine Euro, d.h. Geld wechseln. Tut das am besten bei eurer Bank oder hebt direkt Geld vor Ort ab, so spart ihr euch den Großteil der lästigen Gebühren. 1€ entsprechen aktuell 26 Kronen. Prag ist für eine Großstadt und ein Touristenzentrum wirklich sehr preiswert, vor allem wenn man etwas außerhalb der Hot Spots essen geht. Dort bekommt man schon Essen und Getränke für zwei Personen unter 700 Kronen, was keine 30€ sind. Wir sind in einer Ferienwohnung untergekommen, was uns ermöglichte einfach selbst für Frühstück, etc zu sorgen. Zum Thema Frühstück kann euch folgendes empfehlen. Probiert unbedingt diese Hörnchen. Da ich an der tschechischen Grenze WhatsApp Image 2017-07-29 at 16.33.09aufgewachsen bin kenne ich sie und liebe sie. Eigentlich sind sie Weizenbrötchen, aber in geiler. Ziemlich schwer zu beschreiben, aber sollte man probiert haben. Außerdem mit ca 1 Krone pro Stück unfassbar günstig.

Ich bleibe gleich kurz beim Thema Essen. Natürlich bekommt ihr überall alles zu essen, immerhin sind wir in einer Großstadt, die internationales Publikum gewöhnt ist. Ich bin jedoch der Meinung, dass man im Urlaub unbedingt die Landesküche probieren sollte. Die böhmische Küche ist der süddeutschen nicht unähnlich und mindestens genauso fleischlastig. Wenn ihr jedoch Fleisch esst, so probiert unbedingt mal einen WhatsApp Image 2017-07-29 at 16.33.46traditionellen Gulasch. Meist Rind oder Hirsch enthaltend, ist er rustikal, deftig, lecker gewürzt und ich muss unbedingt lernen, wie man ihn zubereitet. Dazu gereicht werden meistens verschiedene Knödelarten. Warum auf meinem Teller ein Spiegelei liegt kann ich euch auch nicht verraten, aber lecker war es trotzdem. Idealerweise trinkt man dazu ein tschechisches Bier, welches ist fast egal, denn man kann beinahe nichts falsch machen, bei der Auswahl. Tschechien führt übrigens sogar vor uns Deutschen, was den Bierkonsum pro Person pro Jahr betrifft.

Natürlich sollte man sich die typischen Sehenswürdigkeiten, wie den alten jüdischen Friedhof, den Wenzelsplatz, die Karlsbrücke oder das tanzende Haus anschauen, jedoch hat die Stadt deutlich mehr zu bieten als das. Ich empfehle ein Smartphone mit Auslandsroaming, denn Maps hat uns wirklich sehr geholfen. Die Stadt ist gut vernetzt, aber wir haben das meiste zu Fuß bewältigt und man entdeckt sehr schöne Ecken. Nehmt euch aber unbedingt einen Reiseführer mit, damit ihr eure Touren planen könnt.

Vorstellen möchte ich euch ein absolutes Reisehighlight, von dem ich vorher nicht wusste, dass es exisiert. Das Stranov Kloster. Dieses Kloster liegt auf der gleichen Moldauseite wie die Prager Burg, im sogenannten Hradschin. Am besten kommt man mit der Seilbahn in den Park, in der das Kloster liegt, und folgt dann einfach den Schildern. Das ist ideal mit einem Besuch der eigentlichen Prager Burg kombinierbar, von der ihr die schönste Aussicht auf die Stadt habt. In unserem Reiseführer las ich, dass das außergewöhnliche an diesem Kloster die Bibliothek sei und sobald ich sowas lese, muss ich es sehen. WhatsApp Image 2017-07-29 at 16.33.09 (2).jpeg

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Was soll ich sagen, ich wäre am liebsten direkt eingezogen. Leider konnte man die fotografierten Räume nicht betreten, jedoch im Gang davor viele Schätze, gesammelte Artefakte und beeindruckende Buchkunst bestaunen. Ich kann dazu nicht viele Worte verlieren, man muss es gesehen haben.

Ich empfehle Prag jedem, der sowieso gerne Städtetrips macht, um dann in Museen, etc zu gehen. Es ist günstig, interessant und beinahe jeder spricht English, was vieles erleichtert. Auch mit kleinem Budget kann man sehr viel erleben und sehen. Macht euch jedoch auf Horden von drängelnden Touristen gefasst, vor allem im Sommer.

Warum ich nicht an die wahre Liebe glaube

Das klingt wie ein Text, der von einem sehr unglücklichen Single geschrieben wird, aber da kann ich entwarnen. Ich bin seit 2 1/2 Jahre in einer glücklichen Beziehung mit einem Partner, mit dem ich vor habe eine Familie zu gründen und mein Leben zu verbringen.
Jedoch bleibe ich fest bei meiner Aussage, auch wenn sie natürlich furchtbar unromantisch ist.

Ich persönlich finde den Gedanken schrecklich, dass es auf der Welt nur einen Menschen geben soll, der für mich gemacht ist. Nichts für ungut, aber wir sind sehr viele Menschen auf diesem Planeten, also wie wahrscheinlich ist es, dass diese Person überhaupt auf meinem Kontinent lebt? Wir reduzieren ja automatisch unseren Radius auf Menschen, die wir erreichen, auch wenn sich dieser Radius sich natürlich durch die Digitalisierung erweitert. Natürlich widersprechen sich Logik und Romantik ein wenig, aber das gehört dazu.

Ich glaube, dass das Bild von Liebe und Romantik, dass wir aus Kitschromanen übernommen haben und nun für die Wahrheit halten, es uns beinahe unmöglich macht noch Beziehungen zu führen, die genug Stabilität haben, um ein Leben lang zu halten.
Die meisten großen Liebesgeschichten haben nämlich ein riesiges Manko. Sie hören meist da auf, wo die Realität ins Spiel kommt. Die Schmetterlinge im Bauch, das hormonelle Hochgefühl, das alles gehört für die meisten zu einer frischen Beziehung, aber die Wahrheit ist, dass das nicht für immer auf diesem Niveau bleibt. Hormonspiegel ändern sich, der Alltag holt einen ab und an dieser Stelle komme ich immer wieder zu der Erkenntnis, dass eine Beziehung Arbeit ist.

Eine stete Glut ist wahrscheinlich auf Dauer viel mehr Welt als ein kurzes leidenschaftliches Feuer. Denn das Kribbeln wird weniger oder seltener und ich finde das sollte keine Überraschung mehr sein. Ich glaube eine gute Partnerschaft ist in der Lage sich ein Fundament aus Teamwork und Vertrauen aufzubauen, dass die meisten Krisen übersteht. Ich sage bewusst die meisten, denn nicht jede Beziehung ist für die Ewigkeit gedacht und man sollte ein Bewusstsein entwickeln, was ein temporäres Problem ist und was einen dauerhaft unglücklich macht.

Lange Rede kurzer Sinn, ich möchte euch nur mitgeben, dass ihr nicht blind in eine Beziehung gehen solltet. Kommuniziert klar eure Erwartungen, setzt Grenzen, seid aber auch kompromissbreit. Es ist ein Learning by Doing und ich habe den Dreh auch noch lange nicht raus.

Für mehr Briefe!

In meiner Jugend fand ich Leute, die Dinge in Notizbücher geschrieben haben und am besten noch Tagebuch geführt haben, unglaublich dumm. Ich meine, wir leben im digitalen Zeitalter, wer tut sowas noch. Solche Leute haben doch bestimmt auch noch eine Schreibmaschine rumstehen.

Ca 10 Jahre später sitze ich nun hier und habe mir heute ein Adressbuch gekauft, denn mir ist aufgefallen, dass ich eigentlich keine Ahnung habe wo meine Freunde so wohnen und ich jedesmal erst irgendjemanden fragen muss, wenn ich mal etwas verschicken will. Ich meine was mache ich, wenn ich mich mal entscheide Hochzeitseinladungen aussprechen zu wollen? Eine Facebookveranstaltung erstellen? Dagegen sträube ich mich dann doch sehr.

Seit Mai führe ich auch (beinahe) täglich Tagebuch. Es sind keine spannenden Romane, aber ich habe das Gefühl, ich bekomme meinen Kopf doch ganz gut leer. Vielleicht sollte ich auch das Konzept von Morgenseiten einmal ausprobieren, aber dazu brauche ich so etwas wie eine morgendliche Routine, die ein Zeitfenster dafür zulässt. Aber das ist ein ganz anderes Thema. Als Tagebuch habe ich extra ein schönes Notizbuch von Paperblanks, schreibe mit meinem Parker Füller und klebe auch immer mal wieder Sachen hinein. Polaroids, Blumen, etc. Ich finde es selbst unfassbar kitschig und klischeehaft, aber es macht wirklich Spaß. Ich müsste mir zwar mal eine schönere Handschrift zulegen, aber ich glaube das wird in diesem Leben nichts mehr.

Ich gehöre zu den Menschen, die eine Schublade voller unbenutzter Notizbücher hat und ich möchte denen nun langsam mal einen Sinn geben. Ich war auch schon immer der Typ, der besser lernt, wenn er sich Dinge einmal notiert hat. Außerdem wissen wir dank Adam Savage alle, dass aufschreiben den Unterschied zwischen Wissenschaft und Blödsinn ausmacht.

Eigentlich wollte ich noch einmal auf das Adressbuch eingehen. Ich glaube die meisten von uns erhalten mit der Post wahrscheinlich nur Lieferungen, Rechnungen oder irgendwelche nervige Werbung, aber keine Briefe mehr. Warum eigentlich nicht, mal abgesehen vom teuren Porto der Deutschen Post. Ich habe beim Trip nach Wien auch Postkarten geschickt und erst gestern einfach so eine einer Freundin geschickt, weil ich das irgendwie schön finde. Niemand erwartet glaube ich ausführliche Brieffreundschaften, aber ich glaube eine kleine Nachricht kann manchmal schön sein. Ich würde mich auch sehr darüber freuen. Daher mein Aufruf an euch, schreibt mehr Briefe! Einfach mal einen Zettel nehmen, ein paar nette Zeilen schreiben und absenden. Egal ob an Familie, Freunde oder, keine Ahnung, einen Politiker. Die Freude über die Mühe ist umso höher!

P.S. Eine Schreibmaschine hätte ich auch gerne.

Lobilat – eine flauschige Mission // #Sonntagsruhe

2017-07-09 14_49_31-Countess Leto (@countess_leto) • Instagram-Fotos und -Videos

Ich habe es zwar auf Instagram schon einmal kurz angesprochen, jedoch möchte ich den heutigen Sonntag nutzen, euch ein wunderschönes Projekt vorzustellen.

Vor einiger Zeit habe ich auch schon erzählt, dass ich nun einen Instagramaccount für einen kleinen Plüsch-Orangutan betreibe. Das macht immer noch unfassbar viel Spaß, weil man wirklich tolle Leute (bzw Plüschis) kennenlernt, die eine sehr kreative, unschuldige Art haben, ihren Alltag mit der Welt zu teilen. Ein wirklich sehr besonderer Account für mich ist dabei Lobilat, denn dahinter versteckt sich viel mehr, als nur ein Plüschtier.

Lobilat und seine menschliche Assistentin Miss Stanhope haben sich nach einer Reise auf dem Jakobsweg entschlossen ihre Energie in ein für sie wichtiges Projekt zu stecken. Mehrmals im Jahr reisen die beiden in den Libanon, um dort Flüchtlingskinder mit einem Kuscheltier zu versorgen.
Was Flüchtlingskinder mit Kuscheltieren sollen? Ganz einfach. Für viele Kinder ist ein Kuscheltier ein wichtiger Begleiter und Vertrauter, wenn es darum geht schwere Zeiten zu durchleben und sich sicher zu fühlen. Ich glaube jeder von uns hatte früher ein Kissen, eine Decke oder ein Kuscheltier, das auf jeder Reise dabei war und jedes Abenteuer mit uns bestreiten musste. Es mag banal klingen, aber ich bin fest der Meinung, dass die schwierige Situation dieser Kinder ein wenig verbessert werden kann, wenn man ihnen einen mutigen Begleiter zur Seite stellt.

Eine Beteiligung an diesem Projekt ist ganz einfach und über mehrere Wege möglich. Am einfachsten mag es sein, anderen Leuten davon zu erzählen und Lobilat auf verschiedenen Social Media Plattformen zu unterstützen. Darüber hinaus gibt es einen Shop mit Postkarten, Notizblöcken und Büchern. Vom Erlös der Bücher gehen 50% direkt in das Flüchtlingsprojekt. Zu guter Letzt könnt ihr aber auch direkt ein Kuscheltier spenden. Dazu müsst ihr 15€ pro Kuscheltier überweisen und dürft zusätzlich dem plüschigen Freund einen Namen geben.

Alle Informationen zu dem Projekt findet ihr auch www.lobilat.com. Dort findet ihr Bilder, die Daten zum Spenden, den Shop und vieles mehr. Ich würde mich freuen, wenn ihr vorbeischaut, vielleicht sogar spendet und so ein wenig Freunde in die Welt tragt.

20170709_150928Ich selbst habe noch kein Plüschtier gespendet, werde mir das aber auf alle Fälle noch vornehmen. Ich möchte mich auch noch einmal riesig bedanken, denn Lobilat hat auf Instagram ein kleines Gewinnspiel veranstaltet, bei dem ich gewonnen habe und nun bin ich Besitzer des wunderschönen Buttons, vieler Postkarten und eines tollen Notizblocks!

 

Ein paar Zeilen zu G-20

Danke der Nachfrage, gesundheitlich geht es so langsam bergauf. Daher werde ich heute und Sonntag auch wieder veröffentlichen und dann versuchen endlich mal wieder Regelmäßigkeit reinzubringen.

Nun sitze ich hier an meinem Schreibtisch und ich habe das Gefühl, dass jedes Thema, welches ich anscheiden möchte, zu banal ist an diesem Wochenende. Wie wahrscheinlich jeder weiß, haben wir dieses Wochenende in Hamburg den G-20 Gipfel. Wenn die Sperrungen und Einschränkungen dadurch alleine nicht schlimm genug wären, kommen dazu noch all die eskalierenden Demonstrationen, inkl. aller gewaltbereiten, meist vermummten, Idioten, die nichts besseres zu tun haben als Vandalismus zu betreiben, Autos anzuzünden und Passanten zu gefährden. Ihr seid keine Demonstranten, ihr seid Arschlöcher!!

Natürlich gibt es jetzt von allen Ecken Diskussion über Links-, & Rechtsradikale, Verhältnismäßigkeit der Polizei und wie tragisch brennende Autos nun sein. Jedes Mal, wenn etwas eskaliert werden die selben dummen Diskussionen geführt, ignorieren dabei die Meinung der anderen und vergessen, dass gerade 20 Staatschefs über für uns relevante Dinge diskutieren.
So viel Platz, wie die Proteste im Gegensatz zum Inhalt, in unseren Medien einnehmen, so könnte man sehr schnell davon ausgehen, dass die Eskalation schlicht kalkuliert ist.

Etwas positiveres gibt es hier am Sonntag. Bis dahin bleibe ich Zuhause, werde aus gesundheitlichen Gründen nicht auf die Straße gehen, und hoffe, dass ihr alle sicher durch dieses Wochenende kommt.

Hurricane Bianca – #Sonntagsruhe

Der diesjährige Pride Month ist zwar vorbei, aber er endete mit einem Triumph für Deutschland, denn die Ehe für alle ist endlich Realität. Aber darum soll es heute nicht gehen, ich wollte mich nur auch hier noch einmal darüber freuen.
In den USA ist die Gleichsetzung der Ehe schon vor einer Weile passiert, jedoch gibt es noch eine Rechtslage, die das quasi nichtig macht. Denn in vielen Teilen der USA ist es immernoch legal, dass man aufgrund seiner Sexualität gekündigt werden kann. Dass das menschenverachtend ist, sollte völlig klar sein. Mit dieser Thematik beschäftigt sich Hurricane Bianca, aber keine Sorge, es ist eine Komödie und zwar eine besondere.

Matt Kugelmann, Autor und Regisseur, erzählt die Geschichte von Richard Martinez, einem passionierten Lehrer, der über ein Austauschprogramm von New York in eine texanische Kleinstadt geschickt wird. Dort wird er mit allerlei Bigotterie konfrontiert und schließlich führt sein unfreiwilliges Outing zur Kündigung. Doch mit Hilfe einer neuen Verbündeten holt er sich als Frau, namens Bianca del Rio, seinen Job zurück. Es ist keine klassische Rachestory, denn Rache ist nur ein Motiv. Richard geht es auch um das Wohl der Schüler, von denen er weiß, dass sie mehr können, als es scheint. Man muss sich nur mit ihnen beschäftigen. 330026

Das Motiv der Verkleidung zum Erreichen seiner Ziele, ist vor allem durch Tootsie mit Dustin Hoffman oder Mrs Doubtfire mit Robin Williams ein bekanntes Motiv. Jedoch hat es hier eine besondere Note. Die Idee zum Film hatte Matt Kugelmann schon lange und durch glückliche Verkettung konnte es endlich umgesetzt werden. Hauptdarsteller Roy Haylock ist vielen wahrscheinlich eher als Bianca del Rio, seiner Dragpersona, ein Begriff. Schon eine Weile wollten die beiden über Crowdfunding die Realisierung finanzieren, doch erst Biancas Teilnahme an der sechsten Staffel von RuPauls Drag Race, und vor allem ihrem Sieg, brachten dem Projekt die nötige Aufmerksamkeit, die es brauchte.
Bianca del Rio, vor allem für ihren speziellen Humor bekannt, bezeichnet sich selbst als “insult comedian”. Alles ist ehrlich, direkt, roh, zynisch. Manchmal werden Grenzen überschritten, jedoch auf eine äußerst charmante Weise. Haylock setzt in seinem Drag nicht darauf eine Frau möglichst ideal zu imitieren, sondern auf Charakter und Comedy. Dem zugute kommt seine langjährige Erfahrung als Kostümdesigner und Schneider.

Ich glaube einigen wird der Humor des Films teilweise zu derb, bzw unpassend erscheinen, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Seit Staffel 6 von DragRace und dem Soloprogramm Rolodex of Hate (erhältlich auf Vimeo) bin ich ein großer Fan. Der Film hat Humor ohne die Ernsthaftigkeit des Themas der Diskrimierung außen vor zu lassen. Im Gegenteil, das Ende und die Charakterentwicklung einzelner rücken das in den Vordergrund. Der großartige Cast, gespickt mit Drag Race Alumni und amerikanischen Größen der Comedyszene, trägt die Geschichte durchweg. Die Schwächen des Films sind deutlich, aber trotzdem fühle ich mich immer wieder gut unterhalten.

Alle weiteren Informationen findet ihr auf der offiziellen Website zum Film. Erhältlich ist er auf Amazon, Itunes, Google Play, ich persönlich habe ihn bei Vimeo erworben. Ich würde mich freuen, wenn ihr diesen Film unterstützt.

P.S. Bianca del Rio kündigte auf der Werq the World Tour die Fortsetzung an! Ich bin gespannt, wann es soweit sein wird und freue mich schon riesig.

Can you escape?

Am Sonntag habe ich mich, zusammen mit fünf mutigen Leuten, einem der neuen Freizeittrends des letzten Jahres gestellt, dem Escape Room.
Dabei geht es darum, dass man ca 60 Minuten Zeit hat, als Team, Rätsel zu lösen, um am Ende dem Raum, in dem man wirklich eingeschlossen ist, zu entkommen. Das klingt nicht nur nervenaufreibend, das ist es auch. Aber alles der Reihe nach.

Wir waren bei Team Escape, einem Franchiseunternehmen, dass mittlerweile in Deutschland einige Standorte hat. Dort wird einem eine Auswahl an Räumen geboten, die verschiedene Geschichten erzählen. Wir haben uns am Ende für Die Zelle entschieden, deren Geschichte ich gleich noch erzähle. Aber keine Sorge, ich erzähle keine Details, denn ich möchte weder Team Escape schaden, noch euch den Spaß nehmen.
Angekommen wird man erstmal in einem schönen Foyer begrüßt und wird zur Tür seines Raumes geführt. Vor jedem Raum steht eine große Kiste, in der alle Gegenstände eingeschlossen werden. Dies dient zum einen uns Hilfsmittel zu nehmen, zum anderen natürlich schützt es die Betreiber davor, dass Informationen hinauskommen. Danach folgt eine kurze Einweisung der Spielleitung über den Ablauf, die Funktionen, Hinweise zum Raum, etc. Beruhigend dabei ist zu wissen, dass die Spielleitung die ganze Zeit per Kamera dabei ist, Tipps per Monitor geben kann und im Notfall jemand einschreiten kann.

Unser Raum war Die Zelle. Wir wurden ins Gefängnis  gesteckt, doch aufgrund einer Verlegung sind wir in andere Zellen gezogen. Die beiden vorherigen Insassen haben dort einen Ausbruch versucht und wir hoffen nun ihren Plan in die Tat umsetzen zu können. Besonders spannend dabei, war das unsere Gruppe in zwei Zellen aufgeteilt wurde, d.h. wir mussten nicht zur die Haupttür aufbekommen, sondern auch erstmal unsere Zellentüren. Nachdem die Uhr gestartet hatte, hieß es alles durchsuchen, versuchen Hinweise richtig zu deuten und umzusetzen, dabei zu kommunizieren, ruhig zu bleiben und Hand in Hand zu arbeiten. Es ist also wirklich perfekt um teambuilding zu fördern und Kommunikation zu stärken. Wenn man mit den falschen Leuten da ist, dann könnte es wahrscheinlich auch in einer riesigen Katastrophe enden.

Ich muss sagen, dass das ganze anspruchsvoll ist, ohne unmöglich zu sein. Die Rätsel sind vielfältig, intelligent und man braucht mehr Fähigkeiten, als nur logisch zu denken. Verschiedene Blickwinkel helfen auf alle Fälle bei der Lösung des Problems.

Der Preis für dieses Event richtet sich nach der Anzahl der Spieler, je mehr desto günstiger für den Einzelnen. Bei uns lag das ganze bei 22,50€ pro Person und es ist jeden Cent wert. Wenn ihr also einmal einen etwas anderen Nachmittag verbringen wollt, dann probiert es aus. Es gibt genauso für Familien, als auch für Firmen, etc geeignet.

P.S. Wir haben den Raum geschafft!

Werq the world – Drag my week #1

Willkommen zu meiner ersten Themenwoche!
Was denn für eine Themenwoche? Ganz einfach! Wie ich schon in meiner letzten Sonntagsruhe schrieb, war ich am Samstagabend auf einer Veranstaltung, die mich den Sonntag verschlafen lassen hat und anstatt nur darüber zu schreiben und das in einem Eintrag zu verarbeiten, denn es steckt viel mehr dahinter, mache ich das Fass auf und es gibt drei Teile.
Heute die Veranstaltung, am Freitag Hintergrundwissen und am Sonntag noch eine passende Empfehlung.

Ich soll aufhören drum rum zu reden? Okay, gurl!
Am Samstagabend gab es eine kleine Premiere. Die Werq the World Tour hatte ihren finalen Abend in den Docks. Was diese Tour ist?

19225596_1876458582607535_1245880807193018992_nEs ist die Tour dieser wunderschönen Damen im Bild, die eine Besonderheit haben. Es sind keine biologischen Frauen, sondern Drag Queens. Was eine Drag Queen ist? Nun, eine Drag Queen ist (meist) ein biologischer Mann, der in künstlerischer oder humoristischer Absicht (ja, ich schreibe von Wikipedia ab) eine Frau darstellt. Dies kann sowohl als Imitiation eines Prominenten, aber auch als eigener Charakter passieren. Meist definieren sich die Queens privat als Männer, aber es gibt auch transgender Queens, aber das ist ein komplett anderes Thema, von dem ich viel zu wenig Ahnung habe. Historisch sind Drag Queens im früheren Theater und natürlich der Gay/Queer Community zu verorten, wo sie oft ein sozialpolitisches Statement abgeben, da sie mit dem heteronormativen, geschlechterbinäre System brechen. Die für uns Deutschen wahrscheinlich bekanntesten Drag Queens sind Olivia Jones, Lilo Wanders und Fr. Wommy Wonder. Als Gegenstück gibt es Dragkings, aber das nur als Notiz am Rande.

In Amerika haben Drag Queens einen ganz anderen Stellenwert, die Szene ist eine andere. Für mich kommt sie mir enorm vor, aber das liegt wahrscheinlich auch an der medialen Resonanz. Die bekannteste Queen ist dabei vermutlich RuPaul. Ja, die beiden auf diesem Bild sind die gleiche Person und ich finde das auch immer wieder wahnsinnig faszinierend. Ru hatte eine eigene Talkshow,

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aktuell einen eigenen Podcast und vor allem eine eigene Castingshow namens RuPauls Drag Race. Aktuell in der neunten Staffel treten immer wieder Drag Queens an um Americas Next Drag Superstar zu werden. Diese Sendung ist so ein (Social) Media Ereignis, dass es für eine treue Fangemeinde weltweit sorgt und viele Queens in eine hohe Bekanntheit bringt. Nun waren einige der Damen auf Tour, in Hamburg sieben von ihnen und ich war dabei.

Dank eines funktionierenden Instagramalgorhythmus habe ich von der Show erfahren und weil ich ein furchtbares Fangirl bin, musste ich dahin. Als ich an der Reeperbahn ankam habe ich wirklich nicht diese riesige Schlange erwartet und war heilfroh ein VIP-Ticket mit früherem Einlass gekauft zu haben. Das Publikum war bunt, alterstechnisch gemischt und unfassbar fabulous und queer. Ich habe selten so eine fröhliche, herzliche, ausgelassene Stimmung erlebt. Drag Queens können mit verschiedenen Talenten glänzen, darunter Comedy, Tanz, Lipsyncs, alles zusammen und vielleicht sogar viel nackte Haut. Habe ich all das bekommen? Und wie! Moderiert von Bianca del Rio, bei der ich mir nun einen kompletten Fangirlanfall bis Sonntag aufspare, die mit einer unglaublichen guten Lipsyncnummer eröffnete. 

Nein, das ist bestimmt nicht mein neuer Klingelton. Neben den Moves von Alyssa Edwars, Shangela und Latrice Royale oder der unglaublichen Körper von Detox oder Trinity Taylor, war jedoch eine Performance besonders und atemberaubend. Violet Chacki, neben Bianca del Rio die zweite Queen dieses Abend, die eine Staffel gewonnen hat, hat in den letzten Jahren ihre Liebe zum Burlesque entdeckt und schafft es dies mit noch spektakulärer Luftakrobatik zu kombinieren.

Alleine wenn ich daran denke, bekomme ich pure Gänsehaut!

Es fällt mir so schwer zu beschreiben, wie es war diese Show zu sehen. Ich habe so viel Respekt und Liebe für diese außergewöhnlichen Künstler, die alle in ihrer Gesamtheit Meisterwerke sind! Ich hoffe, und wenn ich religiös wäre würde ich sogar beten, dass das nicht das letzte Mal in Hamburg war und wir in Zukunft mehr Queens sehen, gerne auch mit unseren lokalen zusammen, mit denen ich mich unbedingt mehr beschäftigen muss.

Am Freitag werde ich euch erzählen, warum ich mir schon in der neunten Staffel Drag Race anschaue und am Sonntag, warum ich Bianca del Rio abgöttisch liebe und welchen Film ihr unbedingt sehen solltet!