Werq the world – Drag my week #1

Willkommen zu meiner ersten Themenwoche!
Was denn für eine Themenwoche? Ganz einfach! Wie ich schon in meiner letzten Sonntagsruhe schrieb, war ich am Samstagabend auf einer Veranstaltung, die mich den Sonntag verschlafen lassen hat und anstatt nur darüber zu schreiben und das in einem Eintrag zu verarbeiten, denn es steckt viel mehr dahinter, mache ich das Fass auf und es gibt drei Teile.
Heute die Veranstaltung, am Freitag Hintergrundwissen und am Sonntag noch eine passende Empfehlung.

Ich soll aufhören drum rum zu reden? Okay, gurl!
Am Samstagabend gab es eine kleine Premiere. Die Werq the World Tour hatte ihren finalen Abend in den Docks. Was diese Tour ist?

19225596_1876458582607535_1245880807193018992_nEs ist die Tour dieser wunderschönen Damen im Bild, die eine Besonderheit haben. Es sind keine biologischen Frauen, sondern Drag Queens. Was eine Drag Queen ist? Nun, eine Drag Queen ist (meist) ein biologischer Mann, der in künstlerischer oder humoristischer Absicht (ja, ich schreibe von Wikipedia ab) eine Frau darstellt. Dies kann sowohl als Imitiation eines Prominenten, aber auch als eigener Charakter passieren. Meist definieren sich die Queens privat als Männer, aber es gibt auch transgender Queens, aber das ist ein komplett anderes Thema, von dem ich viel zu wenig Ahnung habe. Historisch sind Drag Queens im früheren Theater und natürlich der Gay/Queer Community zu verorten, wo sie oft ein sozialpolitisches Statement abgeben, da sie mit dem heteronormativen, geschlechterbinäre System brechen. Die für uns Deutschen wahrscheinlich bekanntesten Drag Queens sind Olivia Jones, Lilo Wanders und Fr. Wommy Wonder. Als Gegenstück gibt es Dragkings, aber das nur als Notiz am Rande.

In Amerika haben Drag Queens einen ganz anderen Stellenwert, die Szene ist eine andere. Für mich kommt sie mir enorm vor, aber das liegt wahrscheinlich auch an der medialen Resonanz. Die bekannteste Queen ist dabei vermutlich RuPaul. Ja, die beiden auf diesem Bild sind die gleiche Person und ich finde das auch immer wieder wahnsinnig faszinierend. Ru hatte eine eigene Talkshow,

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aktuell einen eigenen Podcast und vor allem eine eigene Castingshow namens RuPauls Drag Race. Aktuell in der neunten Staffel treten immer wieder Drag Queens an um Americas Next Drag Superstar zu werden. Diese Sendung ist so ein (Social) Media Ereignis, dass es für eine treue Fangemeinde weltweit sorgt und viele Queens in eine hohe Bekanntheit bringt. Nun waren einige der Damen auf Tour, in Hamburg sieben von ihnen und ich war dabei.

Dank eines funktionierenden Instagramalgorhythmus habe ich von der Show erfahren und weil ich ein furchtbares Fangirl bin, musste ich dahin. Als ich an der Reeperbahn ankam habe ich wirklich nicht diese riesige Schlange erwartet und war heilfroh ein VIP-Ticket mit früherem Einlass gekauft zu haben. Das Publikum war bunt, alterstechnisch gemischt und unfassbar fabulous und queer. Ich habe selten so eine fröhliche, herzliche, ausgelassene Stimmung erlebt. Drag Queens können mit verschiedenen Talenten glänzen, darunter Comedy, Tanz, Lipsyncs, alles zusammen und vielleicht sogar viel nackte Haut. Habe ich all das bekommen? Und wie! Moderiert von Bianca del Rio, bei der ich mir nun einen kompletten Fangirlanfall bis Sonntag aufspare, die mit einer unglaublichen guten Lipsyncnummer eröffnete. Nein, das ist bestimmt nicht mein neuer Klingelton. Neben den Moves von Alyssa Edwars, Shangela und Latrice Royale oder der unglaublichen Körper von Detox oder Trinity Taylor, war jedoch eine Performance besonders und atemberaubend. Violet Chacki, neben Bianca del Rio die zweite Queen dieses Abend, die eine Staffel gewonnen hat, hat in den letzten Jahren ihre Liebe zum Burlesque entdeckt und schafft es dies mit noch spektakulärer Luftakrobatik zu kombinieren.
Alleine wenn ich daran denke, bekomme ich pure Gänsehaut!

Es fällt mir so schwer zu beschreiben, wie es war diese Show zu sehen. Ich habe so viel Respekt und Liebe für diese außergewöhnlichen Künstler, die alle in ihrer Gesamtheit Meisterwerke sind! Ich hoffe, und wenn ich religiös wäre würde ich sogar beten, dass das nicht das letzte Mal in Hamburg war und wir in Zukunft mehr Queens sehen, gerne auch mit unseren lokalen zusammen, mit denen ich mich unbedingt mehr beschäftigen muss.

Am Freitag werde ich euch erzählen, warum ich mir schon in der neunten Staffel Drag Race anschaue und am Sonntag, warum ich Bianca del Rio abgöttisch liebe und welchen Film ihr unbedingt sehen solltet!

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