Warum §219a endlich gehen muss

Ich glaube, wenn ich §219a sage, dann muss ich niemanden mehr erzählen worum es geht. Falls doch, ein kurzer Reminder. Es geht um das sogenannte “Werbungsverbot für Schwangerschaftsabbrüche”, dass in der Realität aber eher ein Informationsverbot ist, dass es Betroffenen* schwieriger macht Hilfe zu bekommen.
Nun haben wir einen Gesundheitsminister, dessen Kompetenz zu diesem Thema unterirdisch ist und ich möchte diese Gelegenheit nutzen um zu erzählen, wie falsch er mit der Angabe liegt, dass eine Legalisierung von Abtreibungen eine neue Verhütungsmethode werden würde.

Hier erzähle ich nun die Geschichte meines Schwangerschaftsabbruch im Frühjahr 2015. Wie es dazu kam, wieso ich mich dazu entschieden habe und welche Stationen ich durchlaufen musste.

Disclaimer: Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich mit all dem wirklich wirklich Glück hatte. Wenn ich mir die Geschichten anderer Betroffener anschaue, dann bin ich sehr dankbar für alle Beteiligten.

Teil 1: Schwanger werden
Ich habe das Gefühl, dass viele Leute denken, man könnte nur ungewollt schwanger werden, wenn man oft wechselnde Partner hat oder zu unaufgeklärt ist, um zu verhüten. Beides war nicht der Fall. Es passierte in meiner aktuellen Beziehung und falls es jemand noch nicht wusste, kein Verhütungsmittel ist hundertprozentig sicher. Es war definitiv ein Unfall. Tipp an dieser Stelle, wenn ihr merkt, dass ein Kondom platzt, ein Diaphragma nicht richtig sitzt oder ihr die Pille vergessen habt, dann seid sehr aufmerksam, was Veränderungen an eurem Körper angeht. Spätestens, wenn die Menstruation deutlich aussetzt, geht lieber einmal mehr zum Frauenarzt.

Teil 2: Gewissheit
Nach ausfallender Periode, Morgenübelkeit, etc habe ich mir eine Frauenärztin gesucht. Ich gehe darauf später noch ein, aber ich war mir sehr schnell sehr bewusst, dass an diesem Zeitpunkt meines Lebens kein Kind bekommen kann. Deswegen habe ich einfach nach einer gynäkologischen Praxis gesucht, die auch ambulante Eingriffe einführt, in der Hoffnung an der richtigen Adresse zu sein. Der Termin kam, und meine Befürchtung wurde war. Ich war schwanger. Um ehrlich zu sein, hätte ich jetzt gerne das Ultraschallbild, um Leuten mal zu beweisen, dass eine Schwangerschaft zu diesem Zeitpunkt noch nichts mit Leben zu tun hat. Es ist ein kleiner Haufen Zellen, mehr nicht.
Ich bin sehr froh, dass die Ärztin mir meinen Schock angesehen hat, mich direkt gefragt hat, ob ich das Kind will und als ich verneinte mir ruhig erklärt hat, was nun die nächsten Schritte sind. Ich war an der richtigen Adresse, der Eingriff könnte dort vorgenommen werden.

Teil 3: Entscheidung als Paar
Ich teilte meinem Freund mit, dass ich schwanger sei und ich bin sehr froh, dass wir am Anfang der Beziehung einmal hypothetisch darüber gesprochen haben, was wir tun würden. Zu dem Zeitpunkt waren wir beide Studenten, Anfang 20, in einer Fernbeziehung über mehrere hundert Kilometer, die noch kein halbes Jahr andauerte. Wir waren uns sehr einig, dass wir einem Kind keine Grundlage bilden können, weder emotional, noch finanziell. Ich bin mit einer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen und ich wollte das meinem Kind nicht antun, denn natürlich besteht die Chance, dass ein Kind eine Beziehung zu einem Ende bringen kann. Daher unterstützte er mich in meiner Entscheidung.

Teil 4: Die Krankenkasse
Zur Überraschung von ungefähr keinem ist dieser Eingriff nicht ganz billig und gehört nicht zu Dingen, die eine Krankenkasse übernimmt. Der Eingriff kostet zwischen 200-600€, was ich mir als Stundentin mit Bafög natürlich nicht leisten konnte. Daher gibt es für mich die Möglichkeit, dass die Krankenkasse übernimmt. Dies tut sie übrigens bis zu einem verfügbaren persönlichen Einkommen von 1142 € und ich empfinde diese Regelung für nicht richtig, denn auch bei diesem Einkommen bleibt der Eingriff teuer und kann finanzielle Probleme nach sich ziehen.
Ich rief also bei meiner Krankenkasse an und ich hatte Glück, denn die Dame am anderen Ende war sehr vorsichtig, verständnisvoll und ruhig. Sie meinte sie lässt mir die nötigen Formulare zukommen und wünschte mir viel Glück. Die Formulare beinhalteten, dass ich mein komplettes Einkommen offen legen musste, damit die Krankenkasse sieht, dass ich mir den Eingriff und damit auch kein Kind leisten kann. Das ganze ist unfassbar demütigend. Die Kosten werden alleine von der Krankenkasse oder der Schwangeren getragen. Niemand kommt auf die Idee den Kindsvater in Verantwortung zu ziehen. Leider.
Da der Eingriffstermin schon stand musste all das schnell gehen und ich bin der Praxis sehr dankbar, dass sie mich die Unterlagen haben faxen lassen, um keine Zeit zu verschwenden. Die Bestätigung kam schriftlich sogar erst nach dem Eingriff an, er wurde trotzdem durchgeführt.

Teil 5: Pro Familia
Nach §218 ist eine Abtreibung legal, wenn medizinische Lebensgefahr, ein Sexualdelikt oder ein Nachweis über ein Gespräch in einem Beratungszentrum vorliegt. Für mich bedeutete das ein weiterer Anruf, diesmal bei Pro Familia. Wieder musste ich einer mir völlig fremden Person erzählen, dass ich ungewollt schwanger war, dies nicht wollte und musste es mir absegnen lassen. Wieder Glück für mich, denn meine Beraterin war sehr offen, und gab mir nach Schilderung der Situation völlig recht. Natürlich hätte man es auch irgendwie schaffen können, aber sie machte sehr deutlich, dass irgendwie nicht die Basis sein sollte. Ich ging also mit meinem Nachweis wieder raus.

Teil 6: Der Eingriff
Meine Ärztin erklärte mir, es gäbe zwei Möglichkeiten. Einen medikamentösen und einen operativen Abbruch und sie empfahl mir den operativen, weil die Erfolgsquote deutlich höher ist. Sie betonte, dass mich danach jemand abholen müsste, weil der Eingriff zwar nur ca 10 Minuten dauert, aber unter Vollnarkose geschieht. Mein Freund konnte nicht, denn er war hunderte Kilometer weg, meine engsten Freunde wohnten nicht in der Nähe. Zum Glück taten es zwei gute Freunde, denen ich bis heute unendlich dankbar bin, und einer hatte Zeit mich nach Hause zu begleiten. Ich stand vor der Wahl ihm nicht zu erzählen worum es ging oder es zu lassen. Ich habe es getan, denn dass es eine gynäkologische Praxis war las er spätestens am Schild und hätte ich geschwiegen, hätte er eins und eins zusammenzählen können. Er brachte mich nach Hause, vergewisserte sich, dass ich alles hatte und ging. Am nächsten Tag kam die zweiten Person und brachte mir Süßes und fragte mich, wie es mir ging. Überraschend gut.
Beim Eingriff wird die Gebärmutter mit einem Sauger quasi gesäubert, das wars. Der Zyklus stellt sich dann wieder automatisch ein und bei einer Nachkontrolle wird geschaut ob alles erfolgreich war. Das wars. Kein Morden von Embyronen, nur das Entfernen von Zellen. Ich hatte danach nur leichte Schmerzen, was normal ist.
Aber psychisch ging es mir gut und geht es mir bis heute mit dieser Entscheidung. Ich glaube mein Vorteil war, dass ich die ganze Zeit nicht darüber nachdenken musste, ob das der richtige Weg für mich ist, denn ich war mir sehr sicher. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass es für andere belastend ist.

Trefft diese Entscheidung niemals leichten Herzens und lasst euch nicht von eurem Partner unter Druck setzen. Euer Uterus, eure Schwangerschaft, eure Entscheidung.

Ich möchte noch kurz auf die beiden Alternativen eingehen und warum ich mich dagegen entschieden habe.
Ich hätte das Kind bekommen können und hätte nun ein ca zweijähriges Menschlein um mich rumspringen. Ich hätte mein Studium abgebrochen, wäre wahrscheinlich wieder zu meinen Eltern gezogen und wir hätten uns überlegen können ob man wie wo zusammen zieht, wie man das ganze finanziert und wie meine berufliche Zukunft aussehen soll. Ohne Abschluss kann man es als Mutter quasi vergessen einfach Fuß zu fassen ohne Steine im Weg. Ein vernachlässigter Punkt ist die Schwangerschaft an sich. 9 Monate Hormone, Belastung und Vorsicht. Eine Schwangerschaft ist kein romantischer Spaziergang und kann sehr gefährlich sein. Niemand sollte das je unterschätzen. Damit komme ich auch zu Alternative Zwei, einer Freigabe zur Adoption. Wieder bleibt die Belastung einer Schwangerschaft und um ehrlich zu sein, ich glaube nicht, dass ich nach 9 Monaten noch das Kind, das in mir gewachsen ist, so einfach weggeben könnte. Daher war das keine Option.

Jeder dieser Wege ist legitim und diese Entscheidungen müssen ehrlich getroffen werden. Niemand kann für dich entscheiden, welches der richtige Weg ist. Jeder ist voller Steine und Herausforderungen und er wird dir nicht von unserer Regierung leichter gemacht, egal ob es um Zuschüsse für ein Kind geht, um Vermittlung von Adoptivkindern oder der Information zu Abtreibungen. Das muss sich endlich ändern, damit Betroffene sich emanzipiert für einen Lebensweg entscheiden können ohne das tausend Leute ihnen reinreden.

Herr Spahn, ich verachte Sie für ihren Unwillen das Informationsverbot endlich abzuschaffen. Sie und Ihresgleichen blockieren weiterhin die Selbstbestimmung vieler Menschen und halten Ärzte von ihrer Arbeit ab. Ich hoffe, Sie geben Ihr Amt bald an jemanden ab, der Menschen nicht verachtet.

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Unerwartet Farbe bekennen

Der Schauplatz: Eine WhatsApp-Gruppe
Der Aufhänger: Die neue Bundesregierung
Die Kontrahenten: Eine unscheinbares Mitglied gegen den Rest

Das habe ich wirklich nicht erwartet. Unser stiller Teilnehmer meinte, ihn würde die aktuelle Regierung nicht interessieren, aber er hoffe Horst Seehofer würde seine Versprechen einlösen. Zitat: “Null Toleranz gegen die Leute, die unsere Gesetze und Rechte nicht achten.”
Wenn ich so etwas lese, gehen bei mir alle Alarmglocken an.

Natürlich geht es nicht um alle schlechten Menschen, die sich in der Bundesrepublik bewegen, sondern im Kontext mit Seehofer um Flüchtlinge. Ich sage nur Obergrenze und Heimatministerium.
Ob wir einen Staat wollen, der (paraphrasiert) jedem alles in den Arsch bläst. Der Konsens war, wir wollen einen Staat, der Leuten hilft, wenn sie diese Hilfe brauchen.
Auf die Frage, ob er soziale Leistungen an sich ablehnt, bejahte er das. Auch basierend auf der Auflistung von Schülern, Studenten, Auszubildenden, Behinderten, Rentnern & Arbeitslosen.

WAS ZUR HÖLLE?
Falls mir jemand erklären kann, wie man zu so einer Meinung kommt, dann bitte tut es. Scheinbar basierte das ja nicht nur auf Diskriminierung gegenüber Flüchtlingen, sondern eine Abneigung gegen einen Sozialstaat? Ich verstehe es nicht, bin aber froh, dass die Person nun nicht mehr in meinem Dunstkreis ist.

Dingens

Vor zwei Monaten schrieb ich, ich werde für mich mehr schreiben, wenn ich mich danach fühle. Nun, habe ich bisher scheinbar nicht.

Dafür habe ich es geschafft jeden Tag ein Bild auf Instagram zu posten, auch wenn ich sagen muss, dass das meist nun wirklich keine Meisterwerke der Fotografie sind. Aber ich tue es täglich. Eine gewisse Erkenntnis kam mir an Tag 70, an dem ich zwei Videos geschaut haben, die davon sprachen kreativ aktiv zu werden, nicht auf Basis der Erfolges, sondern des Spaßes und der Message. Das ist nun keine neue Erkenntnis, aber es hat mir ein wenig Klarheit gebracht.

Mein Problem ist, dass ich zu quasi allem eine Meinung habe, und diese auch gerne äußere (fragt mal meine Freunde), aber ich mich nicht auf ein Medium beschränken kann/will. Ich mag das Schreiben, ich liebe Podcasts und wäre gerne Filmemacher. Warum nicht alles? Weil ich nichts davon richtig kann und mein Fokus sich zu sehr verteilen will. Andererseits soll es ja um Spaß gehen, also warum eigentlich nicht?

Also.
Ich habe eine WordPressapp auf dem Handy, warum nicht also auch mal kurze Kommentare zum Weltgeschehen formulieren. Looking at you, GroKo!
Ich habe ein Handy mit guter Aufnahmequalität, warum nicht also kleine Snippets aufnehmen. Es passiert zu wenig für Weekly Vlogs, aber ein bisschen Material kommt zusammen.
Ich habe ein gutes Mikrofon, aber aktuell keinen Podcastpartner. Kleiner Aufruf an dieser Stelle. Ich suche jemanden mit ähnlichem, nicht gleichen, Mindset, der regelmäßig Zeit dafür hat und mit dem ich am besten nicht täglich bis regelmäßig sowieso schon kommuniziere. Interesse? Contact me!

Bis dahin genieße ich die Sonne, koche Essen und sortiere die drei Millionen Dateien auf meinem Handy aus.

P.S. Fotografieren würde ich auch wieder gerne, nur gibt meine Kamera den Geist auf. Ihr habt einen Canon Body zu verschenken? GIMME!!!

From now on…

Nachdem ich ja den Adventskalender nach einer Woche schon so grandios in den Sand gesetzt habe, sitze ich nun hier und habe minutenlang auf den Bildschirm gestarrt.
Natürlich habe ich genug Vorsätze, die mir sagen, ich solle doch wieder anfangen, ich solle meinen Interessen nachgehen, aber wie.

“Mach einfach.”
Das klingt für mich nach “Sei doch einfach gesund.” Es ist nicht mal nett gemeint, es ist irgendwie respektlos. Man sollte Menschen den Weg zeigen, bevor man sie aus dem Haus jagt.

Nun kam ich aber an den Punkt, nachdem ich gesehen habe, durch welche Probleme mein Umfeld geht und ich versucht habe ihnen beizustehen, merke ich, dass vielleicht mein Problem in meiner Ziellosigkeit liegt. Ich bin gut darin Dinge zu tun, wenn ich ein Ziel habe und jemanden damit glücklich. Ein noble Idee, aber dabei vergesse ich die wichtigste Person. Mich selbst.

Daher ist mein Vorsatz einfach mal kleine Dinge zu machen, aber diese mehr für mich als für die Likes oder die Anerkennung. Was leichter geschrieben, als umgesetzt ist.
Immerhin schaffe ich es schon seit 15 Tagen jeden Tag ein Bild auf Instagram zu posten, um einen anderen Blick zu bekommen.
Nun möchte ich auch meinen Umgang mit gesehenem wieder in Worte fassen können. So oft, wie es mir möglich ist.

Alltag – Adventskalender 17 #5

Da haben wir schon den siebten Dezember und sie schreibt nicht. Super klappt das mit dem Adventskalender! Lügenleto!

Leider bin ich jemand, der so etwas mit Optimismus angeht und dann gerne einmal vergisst, dass sie nach 8h Arbeit vielleicht um 21 Uhr wenig Muse hat noch etwas zu schreiben. Man gesunder, wirklich vorhandener, Menschenverstand weiß das, ich vergesse es nur gerne und so sitze ich in meiner Badewanne und schreibe dreimal. Ich möchte Besserung geloben.

Ich sprach heute auch mit einer Kollegin darüber, wie gestresst sie schon wieder sei. Da ist Weihnachten, der Alltag in der Filiale, der Jahresendskram und was alles noch besprochen wird werden muss, bevor sie im Urlaub ist. In diesem Moment frage ich mich, wann Weihnachten für viele, vor allem Frauen, zum Burnoutfestival geworden ist und wie schaffen Menschen in den USA das, wenn kurz davor Thanksgiving ist. 

Ich habe keine Tipps gegen Stress. Ich bin entweder lethargisch oder on the edge, ein gesundes Maß kenne ich nicht, da müsst ihr jemanden fragen, der kompetent ist. 

Weihnachtsmarkt, oh Weihnachtsmarkt! – Adventskalender 17 #3

Ich hoffe ihr hattet alle einen schönen ersten Advent, wenn ihr glücklich wart, sogar mit einem Hauch von Schnee.
Nachdem wir heute unseren Wochenendbesuch verabschiedet haben, habe ich 3 Bleche Kekse gebacken, die Dekoration aus dem Keller geholt und zu guter Letzt haben wir uns sogar noch nach draußen getraut um auf nicht nur einen, sondern gleich zwei Weihnachtsmärkte zu gehen, immerhin haben wir in Hamburg genügend davon!

Neben zu teuren Sachen, viel zu vielen Leuten und Maßen an Touristen ist es doch eigentlich ganz schön.

Hier nur ein paar Tipps/Empfehlungen von Dingen, die ihr nicht machen solltet:

1. Lauft bitte nicht mit eurem heißen Glühwein durch die Gegend. Ihr könntet Leute damit wirklich verletzen!
2. Lauft bitte auch nicht eurem tropfendem Essen durch die Gegend, vor allem wenn es voll ist!
3. Wenn ihr sowieso keine Lust auf Weihnachtsmarkt habt, dann bleibt bitte Zuhause und nervt nicht mit eurer schlechten Laune!
4. Augen auf, es laufen Kinder rum!
5. Bitte feilscht nicht unnötig die Preise bei Künstlern und Kunsthandwerkern, das ist ziemlich unhöflich!

Nun wünsche ich euch noch einen schönen Abend, ich muss jetzt die Einkäufe von Santa Pauli verräumen und dann noch aus den Einkäufen vom anderen Markt unser Abendessen gestalten. Gut gereifter Gruyere, ich komme!

Großzügigkeit – Adventskalender 17 #2

Huch, an Tag 2 direkt mal fast vergessen, dass ich schreiben wollte. Zu meiner Verteidigung, ich habe gekocht und schaue gerade Friendly Fire 3!

Ziemlich guter Einstieg für ein Thema. Weihnachten ist für viele die Zeit, in der sie ihre Nächstenliebe wiederentdecken, wahrscheinlich auch, weil nun jede Organisation einen daran erinnert, dass man spenden sollte. An Weihnachten gibt man immerhin! 

Ich bin kein Fan davon, dass Leute auf einmal anfangen etwas Gutes zu tun, aus dem Gefühl heraus am Ende des Jahres nochmal etwas für die Karmabilanz zu machen. Aber ich möchte nichts schlecht reden, denn eine Spende ist eine Spende. Macht die Augen auf, schaut euch um und wenn ihr ein paar Euro übrig habt, warum sie nicht weitergeben. Es ist egal, ob ihr euren Nachbarn etwas Gutes tut, einem lokalen Verein oder großen internationalen Organisationen. 

Hiermit möchte ich meinen Respekt an sehr coole Projekte wie #hand2hand, Loot für die Welt oder dem gerade jetzt laufenden Friendly Fire 3 aussprechen! Hier schließen sich Menschen für coole Projekte zusammen, unterhalten Leute und bewirken am Ende was. 

Ich mache mir noch einen Tee, und schaue weiter zu. Schließt euch doch an! 

Warum? – Adventskalender 17 #1

Da ich heute schon meine Freunde in WhatsApp-Gruppen mit dem Songtext von Last Christmas genervt habe, kann das nur eins bedeuten. Es ist endlich Dezember! Das heißt überall wird es spontan weihnachtlich, die Deko wird rausgeholt und überall riecht es nach Zimt und Bratwurst, zumindest wenn ihr in der Nähe eines Weihnachtsmarkts wohnt.

Vor allem ist das aber die Zeit, in der quasi jeder einen eigenen Adventskalender macht, egal ob Youtuber, Blogger, Instagramer oder wer noch so auf diese tolle Idee kommt. Dabei gibt es coole Sachen, wie den #alexkalender17 auf Youtube oder das Charityprojekt #hand2hand auf Twitter und wahrscheinlich auch wieder viel Blödsinn.

Und bei Blödsinn komme ich ins Spiel. Ich habe mich dieses Jahr entschieden einen Adventskalender in Blogform für meine drei treuen Leser zu machen! Dafür habe ich auf Twitter nach Themen gefragt und beginne nun mit dem ersten. 

“Warum machen Sie das?”
Das ist übrigens auch der Titel der aktuellen Ausgabe von Fest&Flauschig, in der Jan Böhmermann erzählt, dass er von einem Journalisten gefragt wurde, warum er denn nun diese Ausstellung im NRW-Forum macht. Aber hört das auf Spotify doch am besten selbst nach.

Ich münze diese Frage nun einfach auf mich um. Warum mache ich diesen Adventskalender, diesen Zwang 24 Tage lang etwas zu schreiben. Es ist ganz simpel, ich mag Schreiben, ich tue es aber nicht regelmäßig, weil ich mir keinen Platz in meinem Tagesplan einräume oder ich es einfach nicht schaffe aus anderen Gründen. Da ich schon beim Inktober total versagt habe, weil Zeichnen einfach nicht mein Metier ist, möchte ich das nun durchziehen.
Thematisch wird es ein Gemisch aus aktuellem, den Vorschlägen von Twitter und was mir sonst noch so einfällt. Vielleicht gibt es auch DIY Weihnachtsdeko und Plätzchenrezepte, wer weiß das schon.

Aber jetzt, öffnet euer erstes Türchen, kippt Zimt über alles was ihr tut, und ich wünsche euch einen sehr schönen Dezember!

Why though

Ich glaube jeder von uns lebt in einer Filterblase, egal ob online oder offline, denn wir umgeben uns mit Menschen, die uns ähnlich sind, die ähnliche Ansichten haben. Natürlich werden wir auch tagtäglich mit dem Rest konfrontiert, aber wir können wählen, wie wir damit umgehen wollen.

Teil meiner aktuellen Ausbildung ist es, den schulischen Teil in einem Bildungszentrum abzuleisten. Das heißt zwei Wochen lang in einer schickeren Jugendherberge, inkl Versorgung, Zimmer teilen & 8 Stunden Unterricht mit 20 anderen Leuten. Das alleine finde ich mit Mitte 20 schon wirklich stressig, aber es ist aushaltbar. Was mich aber wirklich erschreckt, ist das Aufeinandertreffen der verschiedenen Ansichten auf so kleinem Raum.

Zuerst ein paar Daten. Alle Menschen in diesem Raum sind Abiturienten, im Durchschnitt 20 Jahre alt und sollen mal Führungspositionen in Firmen einnehmen.  Wahrscheinlich bin ich einfach nur unfassbar naiv, aber kann man damit nicht grundsätzlich ein Maß an gesundem Menschenverstand und Benehmen erwarten? Die Antwort ist, scheinbar nicht.

Jede Gruppe hat ihre Clowns, ihre Enthusiasten, ihre Schweiger, etc und mit nicht allen von denen kommt man zurecht. Aber es gibt Grenzen, die man wirklich nicht überschreiten soll.
Man muss nicht wirklich alle fünf Minuten so laut quatschen, dass ich es auch verstehe. Man muss nicht ständig über jeden Scheiß in einer Lautstärke lachen, die den ganzen Raum erfüllt.
Vor allem aber sollte man nicht noch mit dem Dozenten lachen, der sich selbst als Babo hinstellt. Oder der Teilnehmerin, die von besagtem Dozenten als Schätzchen bezeichnet wird, nicht sagen sie solle sich nicht so haben.

Mein Umfeld ist wahrscheinlich eine Ausnahme im Punkt Feminismus, Correctness, etc. Aber das solche Gedanken noch so präsent sind, finde ich traurig. Sehr traurig.

Sogar trauriger als die Tatsache, dass einer aus unserer Gruppe weder Harry Potter, noch Herr der Ringe, noch Star Wars gesehen hat.

Mal schauen, ob ich es weiter ignoriere oder im Laufe dieser Woche auf den Tisch haue. Wahrscheinlich werde ich es nicht tun, weil ich keine Lust habe mich auf eine Diskussion einzulassen, die dazu führt, dass ich mir jedes weitere Seminare dumme Seitenkommentare antun muss.